
Burgund – die Heimat des Pinot Noir
Nirgendwo wird Pinot Noir so vielschichtig wie im Burgund. Geringer Ertrag, jahrhundertealte Tradition, unvergleichliche Eleganz. Und ein Preis, der das widerspiegelt.
Empfehlungen ansehen →Rotwein verstehen macht ihn nicht komplizierter – sondern schöner. Hier finden Sie alle Grundlagen, verständlich und ohne Fachsimpelei erklärt.
Drei Begriffe begegnen Ihnen überall: Tannine, Säure, Körper. Wer diese versteht, kann jeden Wein einordnen – und weiß, warum er ihm schmeckt oder nicht.
Das pelzige, leicht zusammenziehende Gefühl auf der Zunge – das sind Tannine. Sie kommen aus den Traubenschalen und werden durch Eichenholzfässer verstärkt. Je mehr Tannine, desto kräftiger und lagerfähiger der Wein. Junge Rotweine haben oft viel davon, gereifter Wein wirkt runder.
Tanninreich: Cabernet Sauvignon, Barolo, Nebbiolo
Säure macht den Mund wässrig und gibt dem Wein seine Frische und Lebendigkeit. Ein Wein ohne Säure wirkt flach und schwerfällig. Zu viel wirkt scharf. Das richtige Gleichgewicht ist es, das einen Wein am Gaumen interessant macht – und ihn ideal für Speisen.
Säurebetont: Chianti, Barbera, Pinot Noir aus Burgund
Der „Körper" beschreibt das Gewicht und die Fülle des Weins im Mund. Ein vollmundiger Wein fühlt sich an wie Vollmilch, ein leichter Wein eher wie Wasser. Alkohol, Extrakt und Restzucker bestimmen den Körper. Für Einsteiger gilt: leicht ist nicht schlechter als schwer – es ist eine Frage des Moments.
Vollmundig: Amarone, Zinfandel, Châteauneuf-du-Pape
Sechs Rebsorten prägen den Großteil aller Rotweine weltweit. Wer sie kennt, findet sich auf jeder Weinkarte zurecht.
Die Königin der roten Rebsorten. Kräftig, tanninreich, mit Aromen von schwarzen Johannisbeeren, Zedernholz und manchmal Paprika. Lagerfähig und beliebt weltweit – von Bordeaux bis Napa Valley.
Regionen: Bordeaux, Napa Valley, Coonawarra, Maipo-Tal
Weich, zugänglich, mit Pflaume, Schokolade und manchmal Veilchen. Merlot ist die ideale Einstiegsrebsorte – weniger Tannin, mehr Frucht. Zu Unrecht von Kennern unterschätzt.
Regionen: Pomerol, Saint-Émilion, Toskana, Washington State
Dünnschalig, empfindlich, schwer anzubauen – aber wenn er gelingt, unvergleichlich. Erdbeere, Kirsche, Erde und Rosen. Burgundund zeigt das Ideal; Neuseeland und Oregon liefern bezahlbare Alternativen.
Regionen: Burgund, Elsass, Oregon, Neuseeland, Baden
Dunkel, würzig, mit schwarzem Pfeffer, Oliven und reifen Beeren. Als Syrah im Rhône-Tal europäisch-elegant, als Shiraz in Australien saftig und üppig. Zwei Charaktere, eine Rebsorte.
Regionen: Rhône-Tal, Barossa Valley, McLaren Vale, Languedoc
Spaniens wichtigste Rotweinrebsorte. Reife Kirschen, Leder, Tabak und Vanille aus dem Fass. Rioja Reserva und Ribera del Duero gehören zu den verlässlichsten Genüssen Europas.
Regionen: Rioja, Ribera del Duero, Toro, Penedès
Die Seele der Toskana. Kirsche, Kräuter, Tabak, und immer diese lebendige Säure. Chianti, Brunello, Morellino – alle basieren auf Sangiovese. Ideal zu Pasta und Fleisch.
Regionen: Toskana, Umbrien, Emilia-Romagna
Herkunft prägt Charakter. Diese Regionen stehen für unverwechselbare Rotwein-Stile – und sind gut genug bekannt, um sie auf Weinkarten zu erkennen.

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Rioja Reserva und Gran Reserva zählen zu den besten Preis-Leistungs-Weinen der Welt. Gereifter Charakter, Vanille, Kirschen – und selten zu teuer.
Empfehlungen ansehen →Rotwein wird häufig zu warm serviert. Die ideale Trinktemperatur liegt je nach Wein zwischen 14 und 18°C. Leichte Rotweine wie Pinot Noir dürfen ruhig etwas kühler sein – kurz in den Kühlschrank schadet nicht.
Ein großes, bauchiges Glas lässt den Wein atmen und entfaltet die Aromen. Für Cabernet und Bordeaux-Weine braucht man ein hohes Glas, für Pinot Noir ein breites, rundes – das Burgunderglas.
Junge, tanninreiche Weine profitieren vom Dekantieren – 30 bis 60 Minuten im Dekanter öffnen den Wein spürbar. Alte Weine mit Bodensatz sollte man ebenfalls vorsichtig dekantieren, aber nicht zu lang stehen lassen.
Rotwein liebt Dunkelheit, kühle Temperaturen (12–16°C) und Ruhe. Liegend lagern, damit der Korken feucht bleibt. Heizung, Vibration und direkte Sonne sind die größten Feinde.